Kinderkulturkarawane 2015

Die KinderKulturKarawane zu Gast am Helmut-Schmidt-Gymnasium

Gemeinsames Tanzen und Theater mit Teatro Trono aus Bolivien

Seit 2009 bekommen wir einmal im Jahr Besuch aus der weiten Welt. In diesem Jahr besuchte uns die Jugend- und Theatergruppe Teatro Trono aus El Alto (Bolivien) und führte mit der Klasse 9c vom 28.August bis zum 3.September ein Theaterprojekt durch. Es wurde gemeinsam gespielt, gelacht, geredet, gegessen und getanzt. Einen Einblick in diese schöne Zeit gibt der folgende Bericht von Afra Solak u.a. aus der Klasse 9c:

Die Gruppe Teatro Trono wurde vor 20 Jahren ins Leben gerufen und begann mit einer Gruppe Jugendlicher, die in einer Erziehungsanstalt gewohnt haben. Die Erziehungsanstalt nannten sie selbstironisch Trono (was so viel bedeutet wie Thron), schließlich bekamen sie Essen und ein Dach über dem Kopf.

Ihr Motto lautet: “Die Zukunft ist Heute“. Damit wollen die Jugendlichen vermitteln, nicht mehr auf ihr Schicksal zu warten und die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Ihr Ursprung liegt in El Alto, Bolivien. El Alto gilt als einer der ärmsten Städte Boliviens, doch Teatro Trono versucht alles, um der trüben Stadt Leben einzuhauchen. Mit Erfolg! Denn nach einiger Zeit wurden ihre Erfolge bemerkbar, sodass sogar der Staat Interesse an dem ´Projekt` hatte und versuchte, ihnen so gut wie möglich zu helfen. Genauso wie die COMPA. COMPA ist eine Bewegung von jungen Künstlern, die sich für den sozialen Wandel in Bolivien und der Welt einsetzen, für eine bessere und gerechtere Gesellschaft ohne Armut und Hunger!

Mit ihrer ausdrucksstarken Körpersprache bringt die Gruppe Bilder auf die Bühne, die die Botschaft der Stücke auch ohne sprachliche Unterstützung zu vermitteln vermögen.

Dabei beherrschen die jugendlichen Schauspieler Pantomime genauso wie “klassisches“ Theaterspiel. Zirkustechniken und Masken haben ihn ihren Stücken eine ebenso bedeutende Rolle wie die Musik.

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Unsere Projektwoche mit der Gruppe Teatro Trono fing am Freitag den 28.08.2015 an, indem sie uns mehrere ihrer Stücke im Bürgerhaus präsentierten, wo sie uns und andere Klassen eingeladen hatten. Zwei ihrer Stücke hießen „Die Fliege“ und „Die Hungrigen“, welche sie uns pantomimisch vorführten.

Später waren wir zusammen mit der Gruppe Teatro Trono in der Mensa, wo wir uns besser kennenlernten mit Hilfe von Christian, Jogi und Judy, die uns das Spanische ins Deutsche übersetzten. Aufgrund der Tatsache, dass die Bolivianer Claudio, Silvia, Madelin, Diego, Lenia, Juan Jose und Tin Tin nur ganz wenig Englisch sprechen konnten, fiel uns das zusammenarbeiten mit ihnen umso schwerer, trotz dessen war es auch für uns eine Abwechslung.

Der erste Tag mit ihnen fing am nächsten Montag in unserem Theaterraum mit ein paar Übungen an. Dadurch, dass viele sich schämten, verlief der Tag im Gegensatz zu den anderen Tagen ziemlich ruhig. In den Übungen ging es darum unsere Namen in verschiedenen Arten und Weisen zu sagen, wie z.B. mit einer Drehung oder einer anderen hektischen Bewegung und dann zum Abschluss den eigenen Namen sagen. In den nächsten zwei Tagen veränderte sich nicht viel, außer dass unsere Klasse 9c offener mit den Tronos arbeiten konnte und die Aufgaben sich veränderten, z.B. vom Pantomimischen zum Klassischen Spiel oder vom Standbild zu einem richtigen Bild.

KIKUKA3Am vierten Tag sind wir zusammen mit den Tronos auf einen Ausflug gegangen. Wir wollten in den Landungsbrücken per Schiff nach Finkenwerder, wo wir dann mit den Tronos die Stadt erkundet haben. Jede Gruppe bestand aus ca. 3-4 Schülern und einem Trono. In besagten Gruppen durften wir den Bolivianern unsere Stadt Hamburg zeigen. Viele entschieden sich, ihnen die Innenstadt zu zeigen, und andere gingen den Hafen entlang. Nach einer Stunde trafen wir uns alle vor dem Rathaus und fuhren zusammen zur S-Bahn Wilhelmsburg und dort hieß es dann Endstation. Am letzten Tag hatten die Klasse und Teatro Trono eine kleine Vorführung geplant für die Klassen 5-6, sowie für eine 10. Klasse. So bereiteten wir drei Stücke vor, die von drei unterschiedlichen Gruppen vorgeführt worden sind. Die erste Gruppe wurde von den Tronos und ca. 90% der Klasse vorgeführt. Auch wenn das lautstarke Stück keine richtige Handlung hatte, hatte das Stück die Kinder der Schule amüsiert. Im zweiten Stück, vorgeführt von den Schülern Tarik Süzen, Mehmet Öncü, Albin Veseli und Rexhep Akifi, ging es um ein Interview des neuen Transferspielers des Vereins Galatasaray. Zwischendurch haben die Tronos immer wieder mit ihren Instrumenten gespielt und kleinere Vorführungen für den Übergang gemacht.

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Die Meinung unserer Klasse ist uns sehr wichtig, deswegen wollen wir zeigen, welche verschiedenen Meinungen sie zur Projektwoche mit den Teatro Tronos haben. Zuerst fanden wir die außergewöhnlichen Übungen merkwürdig und wollten sie gar nicht machen, doch mit der Zeit fanden wir sie spaßig und kamen uns somit etwas näher. Sie förderten unser Fantasievermögen und unser Teamwork. Wir waren fähig, die Ideen in einer Gruppe so gut wie möglich umzusetzen, ohne Streitigkeiten geschweige denn jegliche Konflikte. Jetzt nach einer Weile sind wir der Schule, der Kinderkulturkarawane und natürlich der Teatro Trono sehr dankbar für ihre Aufmerksamkeit und Interesse an uns, trotz der vergänglichen Schwierigkeiten anfangs ein Theaterstück auszudenken. Unsere Klassengemeinschaft wurde dadurch gefördert. Der Gedanke an die Teatro Trono wird uns unser Leben lang begleiten und dafür sind wir ihnen sehr dankbar.